Landkreis legt Kinderbauernhof Börnicke still - Ferdinand vor dem Aus!

Nach einem tollen Frühlingsfestwochenende auf dem Kinderbauernhof Börnicke mit mehreren hundert kleinen und großen Besuchern und tollen Spiel- und Mitmachangeboten herrscht seit Montagmorgen das blanke Entsetzen bei Heiko Jesse und seinen ehrenamtlichen Unterstützern. Während alle mit dem Frühlingsfest und seinen Vorbereitungen befasst waren, hat der Landkreis Barnim eine Untersagungsverfügung erlassen und zugestellt.
 
Unter Androhung einer Ersatzzwangshaft wird es den Betreibern des Kinderbauernhofes mit sofortiger Wirkung verboten, in Börnicke Tiere zur Schau zu stellen und/oder Veranstaltungen durchzuführen. Betriebsfremde Personen dürfen den Kinderbauernhof nicht mehr betreten. Damit steht ein beliebtes Freizeiterlebnis für Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel, für Schulklassen und Kindergartengruppen vor dem Aus. Das Schicksal der Tiere ist ungewiss. Zur Sorge um seine Tiere kommt für Heiko Jesse, dem Macher auf dem Kinderbauernhof Börnicke, jetzt auch die Angst um das wirtschaftliche Überleben hinzu. Trotz einer Gewerbeanmeldung bei der Stadt Bernau wurde ihm ebenfalls mit sofortiger Wirkung untersagt, Lebensmittel abzugeben oder anderweitig in Verkehr zu bringen.

Zum Vorgehen des Landkreises Barnim äußerte sich Heiko Jesse: „Ich habe den Zugang zum Kinderbauernhof gesperrt und alle Veranstaltungen für die nächste Zeit abgesagt. Das habe ich schweren Herzens getan, aber, wenn ich weitermache, droht mir Gefängnis. Ich bin enttäuscht, dass öffentliche Unterstützungszusagen nicht eingehalten werden. Obwohl ich die geforderten Anträge beim Bernauer Rathaus und der Kreisverwaltung in Eberswalde eingereicht habe, nimmt man mir die Zeit und die Luft zum Atmen. Dagegen werde ich juristisch vorgehen.“
 
Zugleich wurde es Heiko Jesse untersagt, für den Kinderbauernhof Börnicke in Medien (Internet, Socialmedia etc.) zu werben. „Ich danke den vielen Helfern und vor allem Daniel Sauer und meinen Freunden von der CDU Bernau für die mediale Unterstützung und Solidarität. Auch wenn man mir einen Maulkorb verpasst, den Kinderbauernhof bringt man damit nicht zum Schweigen. Dank Euch werde ich nicht aufgeben“, stellte Heiko Jesse klar.      
 
Daniel Sauer, zusammen mit der CDU Bernau Initiator der Online-Petition „Rettet Ferdinand - Kinderbauernhof Börnicke erhalten!“, zeigte sich empört: „Als das RBB-Team mit dem Blauen Roburbus vor Ort war, haben Bürgermeister André Stahl und Vize-Landrat Holger Lampe (beide Die Linke) alle erforderliche Unterstützung und genügend Zeit zugesagt. Kaum sind die Fernsehbilder abgedreht, braucht es keine Woche, um auf dem Kinderbauernhof das Licht auszuschalten und Stier Ferdinand, seine tierischen Freunde und die Existenz von Heiko Jesse in eine ungewisse Zukunft zu schicken.“
 
Mit Blick auf das vom Landkreis erlassene Verbot, im Internet, in den sozialen und anderen Medien den Kinderbauernhof als Kinderbauernhof Börnicke zu bewerben, ergänzte Daniel Sauer: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Landrat Daniel Kurth (SPD) und seine Kreisverwaltung fast 4.000 Petitionsunterstützer mundtot machen wollen. Inzwischen frage ich mich allerdings, was die wahren Gründen für diese konzertierte Aktion gegen den Kinderbauernhof und seinen Betreiber sind. Sein aktuelles kommunalpolitisches Engagement in unseren Reihen für Börnicke, Bernau und den Landkreis kann es ja nicht sein.“
 
Hintergrund: 

Bei Gesprächen mit dem Landkreis Barnim und einer bauordnungsrechtlichen Anhörung zur Nutzungsuntersagung vom 20. Februar 2019 wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans für Börnicke angeregt, um die erforderliche Baugenehmigung positiv bescheiden zu können. Ein Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans vom 22. März 2019 liegt seit dem 25. März 2019 im Bernauer Rathaus vor. Ein Antrag für die Erteilung einer Erlaubnis für die sogenannte Zur-Schau-Stellung von Tieren wurde am 8. April 2019 beim Landkreis Barnim eingereicht.

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