Besserer Lärmschutz, zusätzliche Radwege und maßvolles Wachstum - Bebauung für Schwanebecker Chaussee muss überarbeitet werden

10.01.2020

Nach einer mehrstündigen Diskussion hat die Stadtverordnetenversammlung Verbesserungen bei der geplanten Bebauung im zukünftigen Wohngebiet an der Schwanebecker Chaussee auf den Weg gebracht. Es soll wegen der Nähe zur Autobahn und zur Eisenbahntrassse Berlin-Stralsund Lärmschutz gemäß der geltenden DIN-Normen für Wohngebiete umgesetzt werden. Außerdem sollen im Wohngebiet zusätzliche Radwege und mehr PKW-Stellplätze für die zukünftigen Mieter und ihre Gäste geschaffen werden. Auch haben sich die Stadtverordneten dafür ausgesprochen, dass die Verkehrsbelastungen durch das neue Wohngebiet und die vielen anderen Bauprojekte in Bernau untersucht werden. Weiter soll die kompakte Bebauung aufgelockert und das beabsichtigte Wachstum maßvoll begrenzt werden. Während die Pläne des Investors mehr als eine Verdoppelung gegenüber der ursprünglichen Planung vorgesehen haben, soll die Zahl der Wohneinheiten jetzt um knapp ein Fünftel reduziert werden.

Die Bernauer Stadtverordneten haben sich für eine Stärkung der Stadtwerke Bernau ausgesprochen, die mit ihrer Erfahrung und ihren Angeboten die nachhaltige Versorgung des Wohngebietes zum Beispiel mit Fernwärme sicherstellen können. Zugleich kann damit der Bau eines Wasserstoff-Kraftwerkes und Industriegaszwischenlagers nur einen Steinwurf vom geplanten Bildungscampus mit zwei Kitas, einer Grundschule sowie einer Turnhalle mit Sportplatz für gut 900 Grundschüler und Kita-Kinder entfernt entfallen.

Obwohl sich Bürgermeister Andre Stahl sowie die Fraktionen von Linkspartei, Grünen und SPD dafür ausgesprochen haben, die Pläne des Investors unverändert durchzuwinken, hat sich die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich für eine Überarbeitung der erst Mitte November 2019 vorgelegten Detailplanungen ausgesprochen.

„Wir sind dem Wohl der Menschen und der gute Entwicklung unserer Stadt verpflichtet. Deshalb haben wir zusammen mit anderen Fraktionen Vorschläge entwickelt, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und das Wachstumstempo in Bernau maßvoll zu gestalten“, merkte Daniel Sauer nach der Diskussion an, um zu ergänzen: „Mich wundert, dass Rathaus und andere Kollegen in der SVV immer wieder betonen, aus der berechtigten Kritik der Bevölkerung zu lernen, sich dann aber konkrete Vorschlägen für eine bessere Entwicklung der Stadt, dafür Bernau lebens- und liebenswert zu erhalten und die städtischen Gesellschaften zu stärken, verweigern."

aktualisiert von Daniel Sauer, 10.01.2020, 08:21 Uhr