Er habe sich aus genau diesem Grund seine Kandidatur sehr genau überlegt, sagt Thomas Sohn selbst. "Mir ist das nicht leicht gefallen", erklärt er. "Aber wenn man sich die Mitglieder unserer Partei ansieht, dann sind die meisten doch aus demselben Beritt. Das darf man nicht überbewerten."
Mit seinem Zehn-Punkte-Plan, der vor allem eine verbesserte Kommunikation zwischen Fraktion und Partei, aber auch innerhalb der Strukturen vorsieht, konnte Sohn die Mitglieder am Ende überzeugen. Er erhielt 40 Stimmen. Für Sören-Ole Gemski votierten 32 der anwesenden Mitglieder.
Dagmar Enkelmann, deren Verhältnis zu Gemski noch nie nie als besonders innig galt, machte aus ihrer Freude über die Entscheidung keinen Hehl. "Ich glaube, dass es eine gute Wahl ist. Die Kollegen aus der Fraktion machen bereits viel auf sich aufmerksam. Es wird Zeit, dass auch die Partei selbst mehr wahrgenommen wird. Schließlich sind wir mit 211 Mitgliedern die mitgliederstärkste Partei in Bernau."
Thomas Sohn will nun den Kontakt zu Vereinen und Verbänden weiter ausbauen. Es soll mehr regelmäßige Infostände sowie Zusammenkünfte mit den Abgeordneten und Ortsbeiräten geben sowie kulturelle Veranstaltungen, um auch junge Menschen zu gewinnen. Denn der hohe Altersdurchschnitt der Partei sei ein großes Problem, gab er zu. Als wichtige Themenfelder sieht Sohn, der als Angestellter an der Freien Universität Berlin arbeitet, auch die Altersarmut. Außerdem müsse die Partei sich dafür einsetzen, dass bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen in Bernau der Mindestlohn eingehalten werde.