"Wir haben uns verpflichtet, den Anliegen der älteren Bürger Gehör zu verschaffen", sagt Helmut Schubert. So bekommt der Beirat die Beschlussvorlagen für die Stadtverordnetenversammlung frühzeitig und kann Verbesserungsvorschläge oder Anmerkungen dazu geben. Da wünscht sich der Beirat allerdings eine aktivere Reaktion der Stadtverordneten. "Wir haben oft das Gefühl, dass unsere Empfehlungen gar nicht zur Kenntnis genommen werden."
Dabei gebe es vieles, was aus Sicht der Senioren verbessert werden müsste. "Besonders am Herzen liegt uns die Gesundheitsvorsorge mit allen Problemen, die dazu gehören, wie zum Beispiel dem Ärztemangel. Momentan muss man bei Fachärzten in unserer Gegend viel länger auf einen Termin warten, als es medizinisch geboten ist", weiß Helmut Schubert. Wie man die ärztliche Versorgung sichern kann, darüber soll es am 31. März ein gesundheitspolitisches Forum geben.
Die soziale Betreuung älterer Menschen sei ein zweiter wichtiger Punkt. "Viele ältere Menschen können ihre Betreuung nicht mehr bezahlen. Das darf nicht sein", findet er.
Dauerbrennerthema ist für den Seniorenbeirat das seniorengerechte Wohnen. "25 Prozent der Einwohner von Bernau sind über 65 Jahre alt. Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnen steigt und ist leider größer als das Angebot."
Das bestätigt auch Jens Hässler von der Bernauer Wobau. "Derzeit sind 15 Prozent unserer Wohnungen seniorengerecht. Das reicht nicht einmal ansatzweise. In Zukunft wird es deutlich mehr ältere Menschen in Bernau geben und die werden wir nicht bedienen können", blickt er in die Zukunft. Dazu komme, dass neu gebaute Senioren-Wohnungen mit sieben bis acht Euro Miete so teuer seien, dass die meisten Senioren sie nicht bezahlen können.
Die Genossenschaft Einheit Bernau hat bislang noch gar keine seniorengerechte Wohnungen in ihrem Bestand. "Wir werden aber dieses Jahr 40 Wohnungen in der Weinbergstraße seniorengerecht anbauen, dazu kommen im kommenden Jahr 30 im Puschkinviertel", kündigt Geschäftsführer Oliver Mayrhofer an.
Verbesserungswürdig sind auch die Radwege in der Innenstadt, so der ehemalige Banker Schubert. "Wir haben so schöne Radwege im Umland, aber in der Stadt ist es kreuzgefährlich", kritisiert er. Auch Kindern sei mit einer Verbesserung geholfen. "Es gibt oftmals keinen Unterschied zwischen den Belangen von Senioren und Kindern. Wir wollen ja auch keine Privilegien." Der Seniorenbeirat werde sich weiter für die Belange der Senioren einsetzen und hofft, dass diese in Zukunft damit mehr Gehör finden. "Die alten Leute machen einen großen Teil der Stadt aus, aber sie haben keine Lobby", bedauert Schubert.