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26.07.2017, 10:56 Uhr
CDU bleibt dran - Wir fragen nach!

Der zwischen Panketal und Bernau direkt am Berlin-Usedom-Radweg gelegene See wird seit vielen Jahren als Naherholungsgebiet und Ausflugsziel von vielen Bernauern mit ihren Familien, als Rastplatz für Spaziergänger, Radfahrer, Wanderer und Reiter sowie Jugendangelgewässer des Landesanglerverbandes Brandenburg genutzt und dient unter anderem als wichtiger Lebensraum für Amphibien und Wasservögel.

Seit dem der See in den 50iger Jahren künstlich angelegt wurde, ist eine Menge passiert. Das Klima hat sich enorm gewandelt, die Bio-Masse im See ist in den letzten 10 Jahren auf Grund der vielen Laubbäume um den See herum sowie durch erhöhte Nährstoffeinträge durch Fische und Pflanzen um ein Vielfaches gestiegen. Immer mehr organische und anorganische Substanzen sammeln sich im Uferbereich an und werden eingeschwemmt. Es bilden sich außerdem Faulschlammschichten.

Des Weiteren scheint der Grundwasserspiegel massiv gesunken zu sein. Nach Beobachtung einer Wasserstandsmarke die vor einigen Jahren am See installiert wurde, ist festzustellen, dass der See in den letzten 3 Jahren bis zu 60 cm an Wassertiefe verloren hat. Auch stellt sich die Frage, ob bei zukünftigen Baumaßnahmen auf dem unmittelbar angrenzenden ehemaligen Militärgelände, der Grundwasserspiegel evtl. beeinflusst wird und weiter sinken könnte. Aufgrund der Verflachung des Sees dringen Pflanzen der Röhricht- und der Schwimmblattzone zur Gewässermitte vor. Der See beginnt vom Uferbereich aus zuzuwachsen. Auch verfügt der See z.B.  über keinen Zu- und Abfluss aus der nahe gelegenen Panke (was u.a. einer Sauerstoffzehrung entgegenwirken könnte). Aus den zuvor genannten Gründen kann der See weiterhin bis zu einem Drittel seiner Wassermenge jährlich verlieren. Dem nur vom Regen- und Grundwasser gespeisten See droht zusehends die Verlandung, wenn ihm nicht künstlich (z.B. Brunnen) oder durch einen Zu- und Abfluss der Panke wieder frisches Wasser zugeführt wird. 

Die Eutrophierung von Gewässern durch überhöhte Nährstoffeinträge ist ein weit verbreitetes Umweltproblem. Dieser Prozess sorgt für eine Anreicherung von organischem Material und hat somit einen wesentlichen Anteil an der natürlichen Verlandung von Seen und Bildung von Niedermooren. Dabei wird Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxid freigesetzt, es entstehen anaerobe, sauerstoffarme Verhältnisse. Erreicht die Sauerstoffarmut ein extremes Ausmaß, kann es zum Fischsterben kommen. Im Extremfall führt die Eutrophierung zum sogenannten Umkippen eines Gewässers, d.h. zur vollständigen Sauerstoffzehrung im Gewässer, so dass dort kein Leben mehr möglich ist. Die Vermeidung der Eutrophierung ist heute eine der wichtigsten Aufgaben der Ökologie, der Wasserwirtschaft, der Landwirtschaft und auch der Politik. Außerdem kann die Eutrophierung eine Verschiebung der Artenzusammensetzung in einem Gewässer verursachen.

Im Jahre 2009 hat die Stadt Bernau bereits erfolgreich den Dorfteich Börnicke saniert und somit einer dort drohenden zunehmenden Verlandung Einhalt geboten.

Wir bitten daher um die Beantwortung der folgenden Frage:

Welche Maßnahmen wird die Stadt Bernau in Bezug auf die Verlandung der Alten Bernauer Badeanstalt (Staubecken a. d. Panke) ergreifen bzw. gibt es bereits Vorkehrungsmaßnahmen?

aktualisiert von Daniel Sauer, 26.07.2017, 11:01 Uhr